Das Lichtenauer Stadtmagazin Die15 - Ausgabe Mai 2012
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus…“ Vom Erwachen der Natur kündet dieses bekannte und beliebte Volkslied mit fröhlicher Melodie. In Lichtenau hingegen steht eine andere Thematik rund um die Natur derzeit im Fokus, die nicht so fröhlich stimmt. Im Gegenteil, es ziehen dunkle Wolken auf: Naturpark oder Nationalpark? – Das ist die Frage, die seit einigen Wochen die Gemüter auch bei uns in Lichtenau erhitzt. Aus weiten Teilen des Naturparks Teutoburger Wald und Eggegebirge soll ein Nationalpark entstehen. Nach der Absage durch den Prinzen zur Lippe, der seine Flächen nicht zur Verfügung stellt, kommt eine Erweiterung nur in Richtung Lichtenau in Frage. Sicher haben Sie bereits den Bericht in der letzten Ausgabe unseres Magazins darüber gelesen.
Die Befürworter der Realisierung des Nationalparks Teutoburger Wald / Eggegebirge verfolgen die Zielsetzung des Erhalts des nationalen Naturerbes, argumentieren u. a. mit dem Schutz von Naturlandschaften, die in großen Teilen nicht oder nur wenig vom Menschen beeinflusst werden, mit der Schaffung von Rückzugsgebieten für wildlebende Pflanzen und Tiere, mit der Erhöhung der Attraktivität der Region insbesondere für Naturerleben und Erholung. Werden wir also zukünftig Ranger einer Nationalparkverwaltung in unseren Wäldern sehen, die die Besucherströme lenken? Erhöht diese Art von Reglementierung die Attraktivität unserer Region? Touristisch gesehen sicher nicht.
Auf einmal sind wir mitten drin in einer hitzigen Diskussion über ein zugegebenermaßen brisantes Thema, das polarisiert – direkt vor der eigenen Haustür. Hier, wo es viele einzigartige Wanderwege zu erkunden gibt, wo Erholungssuchende im Einklang mit sich und der Natur die idyllische und vielfältige Landschaft durchstreifen.
Hier, wo Touristen und Feriengäste auch in Hotellerie, bei Ferienwohnungsbesitzern und in der heimischen Gastronomie eine große Rolle spielen. Hier, wo die Bevölkerung seit jeher mit der Natur lebt. Es ist unbestritten, der Erhalt der Natur und deren Schutz sind für Lichtenau wichtig. Darüber sind sich wohl alle einig. Aber muss es gleich ein Nationalpark sein, der in Zeiten klammer Kassen Millionenbeträge verschlingt, die wir besser in die Ausbildung unseres Nachwuchses in Schulen und Kindergärten investieren? Und was ist beispielsweise mit den gefährdeten Arbeitsplätzen in der heimischen Forstwirtschaft und in der Holzwerkstoffindustrie?
Die Menschen in Lichtenau brauchen keinen Nationalpark und wollen sich von der Landesregierung in Düsseldorf keine unnötigen Planungen überstülpen lassen. Dafür gehen viele auf die Straße und machen das in einem Sternmarsch mit abschließender Kundgebung auf Initiative der Lichtenauer Ortsvorsteher in Asseln deutlich. Der Widerstand in der Bevölkerung gegen einen Nationalpark ist massiv. Naturschutz und Naturpark ja – Nationalpark, nein danke!
Ihre Elke Rohde
Hinweis: Die hier wiedergegebene Auffassung spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.

Unsere nächste Ausgabe erscheint am 2. Juni 2012!
Anzeigenschluss für diese Ausgabe ist am 19. Mai und Redaktionsschluss ist am 21. Mai 2012. Bitte vormerken!