Die Blaue Blume von Blankenrode
Von den Halden der Bleikuhle bei Lichtenau Blankenrode schaut man weit über die bewaldeten Berge des nahen Sauerlandes.
Vor 130 Millionen Jahren wurde die Rumpffläche eines uralten Faltengebirges durch Bewegungen der Erdoberfläche hier emporgehoben. Es entstand in der Erdkruste ein Riss: Der Westheimer Abbruch
Heiße Tiefengewässer brachten aus den unteren Gesteinsschichten Minerallösungen nach oben und es bildeten sich Erze in den Rissen und Spalten der oberen Kalksteinschichten.
Im Lauf der Erdgeschichte formte das abfließende Wasser der Bäche und Flüsse die Berge und Täler des Sauerlandes, wie wir sie heute sehen.
Im oberen Schwarzbachtal, am Westheimer Abbruch, wurden vom Wasser viele Erze ausgewaschen und lagen an der Oberfläche im Boden
Seltene Pflanzen, die an diesen Stellen dann wuchsen, zeigten den Menschen die Erze im Boden an. Schon vor 900 Jahren fanden sie dort Bleiglanz. Sie schmolzen aus diesen Erzen das Silber aus. Noch heute deuten Bleischlacken im Bachlauf auf diese einfache Verhüttung in Schmelzöfen am Talhang hin.
In den letzten 200 Jahren wurde im Tagebau auf der Höhe und auch unter Tage Galmei, ein kohlen- und kieselsäurehaltiges Zinkerz, abgebaut.
Die Bleikuhle und verstürzte Schächte und Stollen weisen auf diesen Erzabbau hin.
Der Boden auf den Abraumhalden und in der Bleikuhle enthält Schwermetalle und ist für gewöhnliche Pflanzen giftig. Die Arten der Galmei-Pflanzen haben sich an diese schwermetallhaltigen Böden so angepasst, dass sie nur auf diesen Böden wachsen können.
Viele der Pflanzenarten an der Bleikuhle - Frühlingsmiere, Galmeigrasnelke, Galmeitäschelkraut, Hallersche Gänsekresse, Galmeitaubenkropf u. a. - sind also selten und gefährdet, weil sie nur an wenigen Stellen vorkommen.
Einzigartig unter den Galmeipflanzen in Europa ist jedoch das blauviolette Galmeiveilchen an der Bleikuhle von Blankenrode. Von den Botanikern wird es als „Viola guestphaiphalica" bezeichnet.
Die Galmeiveilchen stehen - wie auch die anderen Galmeipflanzen an der Bleikuhle und auf den Halden - unter Naturschutz!
Bitte helfen Sie mit, dass diese „Blankenroder Dorfschönheit" auch den nachfolgenden Generationen erhalten bleibt und den Menschen Freude bereitet!
Pflücken Sie keine Galmeiveilchen!








