Kloster Dalheim eröffnet neue Dauerausstellung
Nach über zwei Jahren Umbauphase präsentiert die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ab 29. Oktober 2010 ihre neue Dauerausstellung unter dem Titel „Eingetreten! 1.700 Jahre Klosterkultur“.
Der Titel ist Programm, da er nicht nur den Eintritt des Dalheimer Klosters in eine neue Zeit markiert, sondern sich auch auf den wohl wichtigsten Schritt im Leben einer jeden Ordensfrau und eines jeden Ordensmannes bezieht. Denn: Wer in ein Kloster eintritt, der lässt seine bisherige Existenz hinter sich und beginnt in der klösterlichen Gemeinschaft ein ganz neues Leben. Auf diese Weise nimmt Klosterkultur seit mehr als 1.700 Jahren ihren Lauf.
Auf mehr als 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche spürt das bundesweit erste Landesmuseum für Klosterkultur in seiner neuen Dauerausstellung den unterschiedlichsten Facetten der klösterlichen Kulturgeschichte nach.
Ausgehend von den historischen Gegebenheiten macht sie rund um die spätgotische Klosterkirche und den Kreuzgang typische klösterliche Räume wie Kapitelsaal (Versammlungsraum), Skriptorium und Kalefaktorium (Schreib- und Wärmestube) oder Refektorium (Speisesaal) mit modernen Mitteln und Inszenierungen ebenso erlebbar wie die Bibliothek oder den Vorratskeller. An einem Ort der Stille, der sich seine außergewöhnliche Kraft bis heute bewahrt hat, begeben sich Besucherinnen und Besucher so auf eine Reise in die Welt eines mittelalterlichen Klosters.
Der Rundgang durch die Obergeschosse beginnt im Westen mit der Darstellung der Geschichte des Klosters Dalheim. Die Schau in den neu errichteten Ausstellungssälen des Süd- und Ostflügels stellt die geschichtliche Entstehung der Klosterkultur von den Wüstenvätern über die ersten klösterlichen Gemeinschaften, die Reformen des Mönchtums bis in die Gegenwart in den Vordergrund.
Gezeigt werden Exponate aus mehr als zehn Jahrhunderten, darunter auch typische Objekte aus dem klösterlichen Alltag: vom Geschirr aus Grabungen über liturgisches Gerät und kostbare Messgewänder bis hin zu Altären und Tafelgemälden, Skulpturen, Bauplastik und Büchern. Aufwendige und detailgetreu gearbeitete Modelle bedeutender Klosteranlagen wie Cluny, Hirsau oder Melk verdeutlichen die Entwicklung der Ordensgemeinschaften in Europa.
Filmmaterial – Dokumentationen und Interviews – zeigen Ordensleben gestern und heute. Multimedia-Inszenierungen des renommierten und mehrfach preisgekrönten österreichischen Künstlers Peter Hans Felzmann erläutern den St. Galler Klosterplan oder führen mittels neuester Mediatechniken auf faszinierende Weise in das Leben und die Regel des Hl. Benedikt sowie die Schöpfungsgeschichte.









